Die Krise von Argentinien

ArgentinienAls in den Jahren 1998 und 2002 die sogenannte Argentinien-Krise ausbrach, war dieses das erste Anzeichen in der neueren Zeit, dass Staaten ebenfalls pleite gehen können. Argentinien erlebte einen schweren Zusammebruch seines Finanzsystems. Zuvor war das Wirtschaftswachstum zusammengebrochen. Eine stark verarmte
Bevölkerung mit 57 Prozent Armutsrate und eine hohe Arbeitslosigkeit waren die Folgen. 10 Jahre lang hatte der argentiniesische Staat mit den Folgen zu kämpfen. Argentinien erlebte bis in die 50er Jahre des letzten Jahrhunderts eine Blütezeit. Es galt als wohlhabenes Land, bis zu dem Tage, als Juan Peron abgesetzt worden war.

Der Weg in die Krise

Damit konnte die Wirtschaftspolitik nicht mehr kontinuierlich fortgesetzt werden. Der verlorene Falklandkrieg beendete zwar die Juanta und leutete den Weg in die Demokratisierung Argentiniens ein, jedoch waren hohe Inflationsraten mit entsprechenden aufgelegten Sparprogrammen die Folge. Der nächste Fehler war dann, den argentiniesischen Peso an den US-Dollar zu koppeln. Automatisch wurden damit argentinische Produkte teurer. Die Inflationsrate sank dann „nur“ noch auf zweistellige Werte. Die US-Wirtschaft boomte, entsprechend wurden US Treasuries gekauft, was den Dollar stärker machte, während die Renditen für US-Staatspapiere fielen.

Die Krise in Brasilien

Die Währungskrise in Brasilien verschärfte auch die Lage in Argentinien. Beide Länder haben große wirtschaftliche Beziehungen. Die brasilianischen Unternehmen waren durch die starkeAbwertung des Reals auf einmal konkurrenzfähig und konnte ihre Produkte zur Hälfte des Preises anbieten. Entsprechend wurde die Importe auf Seiten Argentiniens aus Brasilien erhöht, da die Preise extrem günstig erschienen. Die einheimische Produktionswirtschaft in Argentinien kam ins Schlingern, viele Menschen mussten entlassen werden. Es entstand eine große Protestwelle, die auch politisch Gewicht hatten.

Schattenwirschaften

Mit dem Mißtrauen in den argentinischen Peso entstanden
Parallelwirtschaften. Zum einen wurde das Recycling wiederentdeckt. Zum anderen wurden Bonds ausgegeben, die das Aussehen von Geldscheinen hatten, und letztendlich für das Bezahlen von Waren und Dienstleistungen eingesetzt werden konnten.auch zum Bezahlen von
Waren und Dienstleistungen eingesetzt wurden.
Ebenfalls etablierten sich unabhängige Handelsringe, die Waren und Dienstleistungen untereinander tauschten.

Die Gläubiger müssen hart einstecken

Politische Unruhen folgten. Die Banken ihrerseits wandelten alle Sparbücher in festverzinsliche Papiere um, mit der Folge, dass die Geld erst im Jahre 2010 zurückzugeben waren. Die Krise verschäfte sich damit weiter, da auch Auslandsinvestitionen ausblieben. Argentinien war damit faktisch zahlungsunfähig. Die Umschuldung wurde in den Jahren nach 2002 weiter verhandelt. Gläubiger mussten in Folge teilweise bis 70 Prozent ihres Kapitals verlieren.

Vorteile der Abwertung – ein Beispiel für die Euro-Zone?

Der Vorteil der massiven Abwertung des Pesos ist nun, dass seit 2003 das Wirtschaftswachstum hoch ist. Nachwievor wird zwischen IFW, großen Fonds und dem argentinischen Staat über eine Besserstellung der Gläubiger verhandelt. Es bleibt spannend, wie man die hohe Inflation von teilweise über zehn Prozent bekämpfen will.
(Bild: alexis / pixabay)