Die Deutsche Rentenversicherung

Die Deutsche Rentenversicherung und die Sicherung im Alter

Die Deutsche Rentenversicherung stellt das bedeutendste Sozialversicherungssystem der Bundesrepublik dar. Arbeitnehmer schuftet Dank ihr erhalten Arbeitnehmer im Ruhestand eine auskömmliche Rente. Ruheständler sollen ihren Lebensabend genießen können und nicht aus finanzieller Not das Auto oder den alten Massivholz Esstisch verkaufen müssen. Der Rentenanspruch, den sie in ihrem Erwerbsleben erarbeitet haben, würdigt damit auch die Lebensleistung der älteren Mitbürger.

Die Entstehung der gesetzlichen Rente in Deutschland

Die Rentenversicherung hat in Deutschland eine lange Tradition. Bereits Reichskanzler Bismarck führte das staatliche Rentensystem 1891 ein. Allerdings ähnelte die damalige Rente nicht ansatzweise der heutigen, die Leistungen waren kümmerlich. Von der Rente konnte niemand leben, zudem gab es sie bei einer insgesamt niedrigen Lebenserwartung erst ab dem 70. Geburtstag. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden dann die unmittelbaren Vorgänger der heutigen Deutschen Rentenversicherung, es handelte sich um ein System mehrerer Organisationen. Neben der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte gab es 22 Landesversicherungsanstalten, die Bundesknappschaft sowie weitere kleinere Kassen. Im Zuge des Wirtschaftswunders erhöhte der Gesetzgeber die Leistungen. Erst seitdem sicherte die Rentenversicherung den Lebensstandard im Alter und erlaubte Millionen einen bisher nicht gekannten Luxus. Sie kamen mit dem Geld nicht nur über die Runden, sondern konnten Geschenke für die Enkel kaufen, sich einen Wanderurlaub im Pitztal leisten oder einen seniorengerechten Umbau ihres Hauses finanzieren.

Die heutige Organisation der Deutschen Rentenversicherung

Heute sind die verschiedenen Träger unter dem Dach der Deutschen Rentenversicherung zusammengefügt, die überholte Trennung zwischen Arbeitern und Angestellten wurde abgeschafft. Mit etwa 33 Millionen Menschen versichert die Deutsche Rentenversicherung Bund die meisten Deutschen, die Regionalträger in den Bundesländern kümmern sich um einen weiteren großen Teil. Diese Aufteilung geschieht meist nach dem Prinzip Zufall. Sowohl auf Bundesebene als auch auf Regionalebene verfügen die Rentenkassen aus historischen Gründen über eine Infrastruktur, diese soll durch eine möglichst gleichmäßige Aufteilung optimal genutzt werden. Die Bundesknappschaft kümmert sich um spezielle Berufsgruppen wie Bahnmitarbeiter sowie um Beschäftigte in Minijobs.

Das Umlageverfahren der Deutschen Rentenversicherung

Bei Rentensystemen kommen zwei Verfahren infrage: Bei der kapitalgedeckten Methode sparen Versicherte Guthaben an, das wird ihnen später als Rente ausgezahlt. Die Deutsche Rentenversicherung folgt dagegen dem Prinzip des Umlageverfahrens. Sie zieht Beiträge von Arbeitnehmern und Arbeitgebern ein und zahlt diese sofort an die Rentner aus. Beim jährlichen Haushaltsvolumen von über 250 Milliarden Euro handelt es sich damit größtenteils um einen Durchlaufposten. Nur einen kleinen Betrag nutzt die Kasse als Rücklage, um kurzfristige Schwierigkeiten zu überbrücken. Dabei hängt die spätere Rentenhöhe von den erworbenen Ansprüchen des Einzelnen ab, die sich an den gezahlten Beiträgen messen. Jährlich stellt die Rentenversicherung ein Brutto-Durchschnittseinkommen fest, von dem sozialversicherungspflichtig Beschäftigte sowie deren Arbeitgeber je zur Hälfte momentan 18,9 % abführen müssen. Wer ein Jahr lang genau dieses Einkommen verdient, erhält einen Rentenpunkt gutgeschrieben. Bei niedrigeren oder höheren Verdiensten entsprechend weniger oder mehr. Für einen Rentenpunkt legt die Deutsche Rentenversicherungskasse jährlich einen Wert fest. Beim Eintritt in die Rente multipliziert die Kasse dann die Rentenpunkte mit dem aktuellen Wert pro Punkt, das ergibt die monatliche Auszahlung.

Nicht nur Altersrente: die weiteren Aufgaben

Die Rentenversicherung leistet aber nicht nur die sogenannte Regelrente. Sie versichert auch Notfälle, zum Beispiel mit der Erwerbsminderungsrente. Wer aufgrund körperlicher Einschränkungen nicht mehr arbeiten kann, erhält bereits vor dem regulären Renteneintritt eine Rente. Die Witwen- sowie die Waisenrente sichert die Angehörigen von Versicherten im Todesfall ab.

Trotz mancher Kritik: Was für das deutsche Rentensystem spricht

In den letzten Jahren keimte immer wieder Kritik am Umlageverfahren auf, manche Experten drängten darauf, mehr kapitalgedeckte Verfahren zu fördern. Tatsächlich ergänzt nun die private Altersvorsorge in Form von Riester- und Rürup-Rente die gesetzliche Rentenversicherung. Aufgrund des demografischen Wandels geriet diese unter Druck: Die Zahl der Rentner steigt, immer weniger Jugendliche kommen als Beitragszahler nach. Damit stößt das Umlageverfahren, das eine Balance zwischen Einnahmen und Rentenausgaben benötigt, an seine Grenzen. Dennoch bleibt die gesetzliche Rente ein unverzichtbarer Bestandteil der Alterssicherung, das zeigt nicht zuletzt die Finanzkrise. Kein anderes System zeichnet sich durch ein so hohes Maß an Stabilität aus, auch Änderungen durch den demografischen Wandel sind gut vorhersehbar. An den Finanzmärkten können Kursstürze dagegen dazu führen, dass viele Versicherte einen Großteil ihrer Rentenersparnisse verlieren.
Marc Krüger
(Bild:OpenIcons/pixabay.de)