Die Französische Revolution – Eine Übersicht über das Ende des Absolutismus

Die Französische Revolution stellt ein Meilenstein in der Geschichte dar. Gerade der Gedanke der Freiheit ist für mich als Freier Wähler maßgeblich und ein Kernanliegen in meinem politischen Streben nach einer modernen Bürgergesellschaft.

Louis XVI und die Französisch Revolution

Schon vor 1789 zeichnete sich für die absolute Monarchie Louis XVI. eine schwere Krise ab. Die Aufklärung politisierte das Bürgertum in Frankreich und untergrub die Privilegien von Adel und Klerus, die dafür sorgten, dass die gesamten Staatsfinanzen durch den Dritten Stand, das Bürgertum, getragen wurden. Eine Fülle von Kriegen, zuletzt die Intervention Frankreichs im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg (1778-83), sorgte für eine dramatische Verschlechterung der Finanzlage. Die allgemeine Wirtschaftskrise der 1780er Jahre wurde durch eine Missernte 1788 und einen strengen Winter 1788/89 verschärft, so dass es zu Hungersnöten kam, die Bauern und Arbeiter mobilisierte. Von einer Fülle an Grundnahrungsmitteln war schon längst nicht mehr die Rede. Mit den erstmals seit 1614 einberufenen Generalständen und deren Umwandlung in die Nationalversammlung war das Ende der absoluten Monarchie besiegelt. Ein letzter Versuch, die Nationalversammlung gewaltsam aufzulösen, wurde mit der Revolution und ihrem Höhepunkt, dem Sturm auf die Bastille am 14. Juli 1789, vom Volk vereitelt.

Flagge Frankreich

Die konstitutionelle Monarchie

Die Nationalversammlung hob am 05. August 1789 die feudalen Vorrechte und Privilegien auf. Am 26. August 1789 wurde die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte verabschiedet, die Meinungs- und Pressefreiheit, sowie Eigentum und Volkssouveränität garantiert. Verständlicherweise enthielt diese Erklärung auch das Recht auf Widerstand gegen Unterdrückung. Im Oktober wurde Louis XVI. vom Volk gezwungen, von Versailles nach Paris zu ziehen. Die innenpolitische Lage wurde von zwei Fraktionen dominiert: Die Jakobiner, unter ihnen Robespierre, Marat und Danton, folgten den Ideen von Rousseau und wollten die Monarchie durch eine Republik ersetzen. Die Wirtschaftsbourgeoisie und Anhänger einer liberalen Monarchie wurden durch die Girondisten vertreten. Zunächst konnten sich die Girondisten durchsetzen, da Frankreich eine Intervention der anderen Mächte befürchten musste, sollte der König abgesetzt werden. Der Fluchtversuch des Königs am 21. Juni 1791 setzte jedoch eine Reihe von Ereignissen in Gang, die den Verlauf der Revolution zunehmend radikalisierten. Die Verfassung vom 03. September 1791 setzte nun auch formell die Gewaltenteilung durch, dem König blieb allein die Führung der Exekutive. Im Jahr 1792 begannen dann die Revolutionskriege. Hier waren sich der König und die Vertreter in der Nationalversammlung ausnahmsweise einig und bewerteten den Überblick über die Lage gleich. Während die Revolutionäre die Ideale und Ziele der Revolution auch in andere europäische Staaten bringen wollten, hoffte der König auf eine schnelle Niederlage der französischen Truppen, sowie auf die Wiederherstellung der absoluten Monarchie durch die Koalitionsmächte. Und zunächst schien es, als würde der König recht behalten. Die vereinigten Truppen von Preußen und Österreich konnten in Frankreich einfallen und drohten, Paris zu erobern. Am 20. September siegte jedoch das eilig aufgestellte französische Volksheer in der Kanonade von Valmy. Die Pariser Bevölkerung radikalisierte sich jedoch unter dieser Bedrohung und es kam zu Aufständen der Pariser Kommune. Diese innenpolitische Krise sorgte für Auflösung und Neuwahlen der Nationalversammlung. Am 22. September 1792 trat eine neue, republikanische Verfassung in Kraft. Der König war abgesetzt.

Terreur

Die Jakobiner konnten sich im Nationalkonvent zunehmend gegen die gemäßigten Fraktionen durchsetzen und erzwangen schließlich die Hinrichtung Louis XVI. am 21. Januar 1793. Dies und die Bedrohung der wirtschaftlichen Interessen in den Niederlanden führten schließlich dazu, dass sich England der Koalition gegen Frankreich anschloss und sich die außenpolitische Lage Frankreichs dramatisch verschlechterte. Um der turbulenten innen- und außenpolitischen Lage Herr zu werden, übernahm im Frühjahr 1793 der Wohlfahrtsausschuss die Regierungsgeschäfte. Im Juni wurden die führenden Girondisten aus dem Nationalkonvent ausgeschlossen und unter Hausarrest gestellt. Es begann die Zeit der Jakobinerherrschaft.
Das Revolutionstribunal, in dem Danton eine maßgebliche Rolle spielte, verurteilte reihenweise Gegner der Revolution zum Tode. Im Laufe der Jahre 93/94, der Schreckensherrschaft, kam es jedoch zu Streitigkeiten innerhalb der Jakobiner. Letztlich konnten sich die Radikalen unter der Führung von Robespierre gegen die Gemäßigten unter Danton durchsetzen, der am 5. April 1794 hingerichtet wurde. Die Schreckensherrschaft nahm in dieser Phase ihre extremsten Züge an, Bürgerrechte waren außer Kraft gesetzt, Angeklagte hatten keine Verteidiger und das einzige Strafmaß des Revolutionstribunals war die Guillotine. Angst und Schrecken erfasste schließlich auch die Führung der Jakobiner, die am 28. Juli 1794 Robespierre selbst hinrichteten.

Herrschaft des Besitzbürgertums

Die Zeit von 1794-99 war geprägt von der Stabilisierung der innen- und außenpolitischen Lage. Außenpolitisch war diese Zeit für Frankreich sehr erfolgreich: Noch 1794 annektierte Frankreich die österreichischen Niederlande. 1795 wurde mit Preußen der Frieden von Basel geschlossen. Und 1797 musste auch Österreich im Frieden von Campo Formio die Überlegenheit Frankreichs anerkennen. Innenpolitisch profitierten die zurückgekehrten Girondisten davon, dass die wichtigsten Protagonisten der Monarchie und der radikalen Jakobiner hingerichtet wurden. Vereinzelte Aufstände konnten durch das Militär niedergeschlagen werden. Die neue Verfassung von 1795 sah ein Zwei-Kammer-System und das „Direktorium“ als Oberhaupt der Exekutive vor. 1797 drohte nach den Wahlen eine royalistische Wende im Parlament. Der mit der Unterstützung Napoleons durchgeführte Staatsstreich beugte dem vor, untergrub durch die illegitime Wahl der Mittel gleichzeitig die Autorität des zweiten Direktoriums. 1799 rief dieses Napoleon gegen eine jakobinische Wende zur Hilfe. Napoleon erzwang jedoch die Abschaffung der Verfassung und übernahm als erster Konsul die Macht in Frankreich.
Marc Krüger