Die Geschichte der CDU: Nachkriegsära, Wirtschaftswunder und heute

vote-33737_640Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges und dem Zusammenbruch des NS-Regimes kam es zu gleichzeitigen Gründungen der ersten Parteiverbände in der damaligen westdeutschen Besatzungszone. Noch vor der Kapitulation Deutschlands reiften nach dem Einmarsch der amerikanischen Truppen Pläne für eine gesamtdeutsche CDU. Die Jahre von 1945 bis 1949 waren geprägt von deutschlandweiten Zusammenschlüssen und der Profilierung als Volkspartei.

Bei der ersten Bundestagswahl 1949 konnte die CDU mit einem knappen Vorsprung vor der SPD mit 31,0 % der Stimmen den Wahlsieg für sich verbuchen. Konrad Adenauer wird zum ersten Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland gewählt. Ein Jahr später ist die CDU bereits auf Bundesebene vertreten und wählt Konrad Adenauer auch zum Bundesvorsitzenden. Bei den Bundestagswahlen von 1953 und 1957 gelang es der CDU, mit 36,36 % bzw. 39,71 % der Stimmen zwei herausragende Wahlergebnisse einzufahren. Unter Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard begann ein beispielloser wirtschaftlicher Aufschwung – das deutsche Wirtschaftswunder bescherte Wohlstand und den Aufstieg Deutschlands in die führenden Industriestaaten.

Das Jahr 1963 brachte für Ludwig Erhard die Wahl zum zweiten Bundeskanzler, nachdem Konrad Adenauer zu Erhards Gunsten zurücktrat. Auch 1965 konnte sich die CDU die Mehrheit im Bundestag sichern. Während der ersten Wirtschaftskrise im Jahr 1966 kam es zu Meinungsverschiedenheiten mit dem bisherigen Koalitionspartner FDP. Unter Kurt Georg Kiesinger entstand erstmals eine Große Koalition von CDU und SPD.

Die Bundestagswahl 1969 führte die CDU in die Opposition, da die FDP nun mit der SPD unter der Führung des neuen Bundeskanzlers Willy Brandt eine Koalition bildete. Auch die folgenden zwei Bundestagswahlen konnten der CDU nicht die erforderlichen Stimmen bringen, um aus der Opposition heraus zu treten.

Die Wiedervereinigung unter Helmut Kohl

Es sollte Helmut Kohl vorbehalten sein, der CDU wieder zu ihrer alten Stärke zu verhelfen. Am 1. Oktober 1982 wurde Helmut Kohl zum Bundeskanzler gewählt und löste damit Helmut Schmidt (SPD) ab. Gemeinsam mit der CSU und dem alten Koalitionspartner FDP holte sich die CDU 1983 48,8 % der Stimmen und trotz gewisser Einbußen konnte sich die CDU auch 1987 die Mehrheit im Bundestag sichern.

Der 9. November 1989 wurde zum Wendepunkt in der Geschichte der beiden deutschen Staaten. Nach dem Fall der Mauer und der Grenzöffnung zwischen der Bundesrepublik und der DDR war schnell klar geworden, dass eine Wiedervereinigung die einzige politische Alternative war. An deren Umsetzung und Erarbeitung sowie an Gesprächen mit den Alliierten war die CDU unter Führung von Helmut Kohl maßgeblich beteiligt. Nach der Wiedervereinigung wurde die als Blockpartei bestehende Ost-CDU in diese integriert. Bis zum Jahr 1998 konnte sich die CDU als stärkste Partei behaupten, musste dann aber zum zweiten Mal in die Opposition gehen.

Eine Frau wird Bundeskanzlerin – die Jahre von 2005 bis heute

Erst das Jahr 2005 brachte der CDU/CSU-Fraktion wieder die erforderliche Mehrheit für einen Regierungswechsel. Möglich wurde dies durch eine erneute Koalition mit der SPD. Die CDU konnte für sich beanspruchen, den zukünftigen Bundeskanzler zu stellen. Am 22. November 2005 wird mit Angela Merkel als Novum erstmals eine Frau in der Geschichte Deutschlands in das höchste politische Amt gewählt. Die 2009 erstarkende FDP machte es möglich, dass die CDU unter der Führung Angela Merkels den Koalitionspartner wechseln konnte. Seit diesem Zeitpunkt bildet das Kabinett Merkel II die politische Mehrheit in der Parteienlandschaft Deutschlands.

Marc Krüger
(Bild: geralt / pixabay)