Die Geschichte der DDR

Die Geschichte der DDR zeigt die chronologischen Zusammenhänge in diesem Artikel auf.

Die Geschichte der DDR fand in der Wiedervereinigung seinen Höhe- und Schlusspunkt

Geschichte der DDRDie Geschichte der DDR nimmt im Jahre 1945 ihren Anfang, als sich nach der Kapitulation Deutschlands die Siegermächte Großbritannien, USA und die Sowjetunion nicht auf ein gemeinsames politisches Ziel einigen konnten. Im Rahmen der Potsdamer Konferenz wurde Deutschland in vier Besatzungszonen aufgeteilt und sogar Berlin in vier Sektoren gespalten. Damit beginnt ein dunkles Kapitel in der Geschichte der Bundesrepublik, das erst 1989 mit dem Fall der Mauer geschlossen werden konnte.

Geschichte der DDR: Kalter Krieg hatte erheblichen Einfluss auf die Spaltung Deutschlands

1948 wurde von den westlichen Besatzungszonen eine eigene Währung eingeführt, was von der Sowjetunion auf ihrem geographischen Gebiet ebenso umgesetzt wurde. Damit war die komplette Trennung Deutschlands in zwei Teile unumgänglich, wobei vorerst die Sowjets noch versuchten, durch die Einführung ihrer Währung auch in Westdeutschland das ganze Stadtgebiet von Berlin in ihren Machtbereich zu ziehen. 1949 musste diese Blockade jedoch aufgegeben werden, was für Berlin vor allem die Beendigung der Versorgung über eine Luftbrücke bedeutete. Am 07. Oktober 1949 rief die Sowjetunion auf ihrem Besatzungsgebiet einschließlich des Sektors Berlin das Staatsgebiet der DDR aus. Kurz zuvor wurde auf dem Gebiet der USA die BRD gegründet.

Geschichte der DDR: Der Sozialismus prägte die Politik der DDR

Der erste Präsident der DDR war Wilhelm Pieck, der seit 1946 auch Vorsitzender der SED war. Die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands war eine Zwangsvereinigung der KPD und SPD, die in der sowjetischen Besatzungszone erfolgte und durch diesen Einfluss weitgehend zur marxistisch-leninistischen Kaderpartei in der DDR wurde. 1950 führte das herrschende Regime alle Parteien zur „Einheitsliste der Nationalen Front“ zusammen, so dass damit die DDR bis 1990 alleinig von der SED regiert wurde. Dies bedeutete in der Folge, dass alle drei Gewalten, also Legislative, Exekutive und Judikative, mit SED-typischer Nomenklatur versehen waren und nicht zuletzt das politische System der DDR eine Ein-Parteien-Herrschaft war. Um die Macht der SED zu sichern, wurde das MfS, das Ministerium für Staatssicherheit gegründet, dessen Staatssekretär der legendäre Erich Mielke war. Die DDR-Regierung ließ auf dem Grenzgebiet eine Sperrzone mit Stacheldrahtzaun errichten, ein großzügiger Grenzübertritt war damit unterbunden und wurde zur Lebensbedrohung.

Geschichte der DDR:Gesellschaftliche Veränderungen waren umfassend

Die neue politische Führung der DDR setzte ihren Schwerpunkt auf die Einbindung der Frauen in den Sozialismus. Dazu wurden vermehrt Krippen- und Kindergartenplätze geschaffen, die dazu beitrugen, dass Frauen rasch wieder in ihren Beruf zurückkehren konnten. Natürlich gab es auch die Intention, die Kinder möglichst bald im Geiste des Sozialismus zu erziehen und an diese Denkweise heranzuführen. 1952 erfolgte eine weitgehende Verwaltungsreform, die die DDR in 14 Bezirke und 217 Kreise aufteile. Der politische Kurs gegenüber Kirche und Mittelschicht verschärfte sich hingegen. Auch gegen die steigende Zahl der Auswanderer wurde etwas unternommen, da allein bis 1961 drei Millionen DDR-Bürger ihre Heimat verließen. Der Begriff der „Republikflucht“ wurde publiziert und ein neues Passgesetz erlassen, um den Auswandererstrom in den Griff zu bekommen. Am 13. August 1961 schließlich wurde die Berliner Mauer gebaut und die innerdeutsche Grenze im DDR-Staatsgebiet vermint. Bewaffnetes Personal sollte die Grenze sichern und hatte den Befehl, auf fliehende Menschen über die Mauer zu schießen. Das gesellschaftspolitische Leben in der DDR war einem rasanten Wechsel unterworfen. Beliebte Ferien- oder Urlaubsziele waren Rügen, der Thüringer Wald oder die Sächsische Schweiz. Wer es sich leisten konnte, hatte ein Ferienhaus auf Usedom oder Rügen. Auch bei den Lebensmitteln gab es Besonderheiten, was nicht bedeutete, dass die Bürger der DDR auf Luxus wie Kaffee verzichten mussten. Auch wenn Kaffee selten war, gab es neben dem bekannten Malzkaffee auch drei bekannte Marken, nämlich Kosta, Mona und Mix.

Geschichte der DDR: Erich Honecker prägte die DDR

Am 3. Mai 1971 taucht erstmals der Name Erich Honecker in Zusammenhang mit der Geschichte der DDR auf. Er wurde an diesem Tag zum 1. Sekretär der SED gewählt und nahm ab diesem Zeitpunkt weitreichenden Einfluss auf den weiteren Geschichtsverlauf. So wurde das bis dahin doch vorhandene Ziel komplett aufgegeben, wieder eine Vereinigung mit der BRD anzustreben. Die wirtschaftliche Lage war in weiten Teilen von der Sowjetunion abhängig, doch das ewige Wettrüsten mit den USA brachte diese Anfang der achtziger Jahre in schwerwiegende Turbulenzen. Auch eine der wichtigsten Finanzquellen, nämlich das Rohöl, wurde knapp und trug dazu bei, dass die DDR ins wirtschaftliche Trudeln geriet. Denn schon geraume Zeit hatte sich der sozialistische Staat von der BRD immer wieder Geld geborgt, das nun nicht mehr zurückgezahlt werden konnte. Man kam dem deutschen Schwesternstaat insofern entgegen, als dass man die Selbstschussanlagen entlang der innerdeutschen Grenze abbaute und die Einreise in die DDR vereinfachte. 1988 verkündete Erich Honecker offiziell die Ablehnung der Reformpolitik der Sowjetunion, was verstärkt zu Protesten im Volk führte und nicht zuletzt den Rücktritt Honeckers von all seinen Ämtern zur Folge hatte. Zum Nachfolger wurde Egon Krenz bestimmt.

Geschichte der DDR: Das Ende von Honecker war der Beginn der Wiedervereinigung

Der 4. November 1989 ging als der Tag ein, an dem die größte Demonstration auf dem Alexanderplatz stattfand. Knapp eine Million Menschen gingen auf die Straße, um für mehr Freiheit und Demokratie zu kämpfen. Nun kam es auch erstmals zu Gesprächen zwischen der Staatspartei und den Oppositionsgruppen. Gregor Gysi hatte nun den Parteivorsitz inne und 1990 erhielt die SED auch den neuen Namen, nämlich PDS. Die Partei des Demokratischen Sozialismus konnte sich der Aufbruchsstimmung im Osten nicht mehr widersetzen und so kam es am 03. Oktober 1990 zur Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten. Die Mauer fiel und ist heute nur mehr in Teilstücken erhalten, die dennoch immer an das dunkle Kapitel der deutschen Geschichte erinnern sollen. Auch wenn damit die offizielle Geschichte der DDR beendet ist, prägte sich noch jahrelang das neue Miteinander eines Volkes. Doch die wirtschaftlichen Differenzen ebenso wie gesellschaftliche Vorbehalte werden mehr und mehr ausgeräumt, sodass ein friedliches Miteinander statt nur Nebeneinander möglich sein sollte. Denn immerhin verbindet die beiden ehemals getrennten Länder mehr als die gemeinsame Sprache. So steht ab und an sogar eine „ostalgische“ Kaffee Rarität, die gerade für die junge Generation eine symbolhafte Bedeutung hat, neben Spreewaldgurken und Co. auf dem Tisch.
Marc Krüger
(Bild: klaber / pixabay)