Die Geschichte der Freien Wähler

BayernDie Freien Wähler sind als deutsche Partei im Jahr 2009 gegründet worden. Geformt wurde die Partei aus dem Bundesverband Freie Wähler Deutschland, der seit 1965 besteht. An dem Parteibildungs-Prozess waren die Freien Wähler Bayerns maßgeblich beteiligt, die bereits 2008 in den bayerischen Landtag einzogen.

Die kommunalen Wurzeln der Freien Wähler

Die Einrichtung Freier Wählergruppen geschah auf kommunaler Ebene schon nach dem Zweiten Weltkrieg. Im Vordergrund des politischen Strebens der Freien Wähler stand und steht die Stärkung kommunaler Strukturen und die Belebung regionaler Wirtschaftskreisläufe. Die Gruppen wurden ab den 1950er Jahren in Landesverbänden organisiert. Diese Landesverbände schlossen sich 1965 zum Bundesverband der Freien Wähler zusammen. Zwischen 1952 und 2008 nahmen einzelne Landesverbände ohne nennenswerte Erfolge an 22 Landtagswahlen teil. Ihr bestes Ergebnis erzielten die Freien Wähler bei der Wahl zum Thüringer Landesparlament 2004 mit 2,6 Prozent.

Der bayerische Erfolg und der Aufstieg der Freien Wähler

Die Freien Wähler Bayerns bildeten unter den Landesverbänden eine Ausnahme. Sie schreiben seit 1998 auf landespolitischer Ebene Erfolgsgeschichte. In diesem Jahr errangen sie bei der bayerischen Landtagswahl 3,7 Prozent, fünf Jahre später 4 Prozent der Wählerstimmen. Bei der nächstfolgenden Wahl 2008 ereignete sich die Sensation: Die wachsende Unzufriedenheit bayerischer Wähler mit der seit 1962 in absoluten Mehrheitsverhältnissen regierenden CSU und ein stimmiges politisches Konzept trugen den Freien Wählern Bayerns 10,2 Prozentpunkte ein. Der Einzug in den Landtag war gesichert.

Die Freien Wähler als politische Partei

Dieser Erfolg der bayerischen Landesgruppe führte auch beim Bundesverband der Freien Wähler zu neuen politischen Bestrebungen. Für 2009 wurde der Antritt zur Europaparlaments-Wahl beschlossen. Als Voraussetzung für die Wahlteilnahme folgte die Gründung der Bundeswählergruppe ‚FW Freie Wähler‘ mit der Spitzenkandidatin Gabriele Pauli. Die FW Freie Wähler konnte bei der Europawahl 442.579 Stimmen (1,7 Prozent) auf sich vereinigen. Dieses Ergebnis berechtigte die Freien Wähler u.a. zur Partizipation an der staatlichen Parteienfinanzierung.

Am 20.2.2010 folgte die Umstrukturierung der Bundeswählergruppe Freie Wähler in die ‚Bundesvereinigung Freie Wähler‘. Diese Bundesvereinigung ist personell eng mit dem Bundesverband verzahnt. Hubert Aiwanger vereint auf sich die Ämter des Parteivorsitzenden, des Bundesverbands-Vorsitzenden, des Vorsitzenden von Landesverband und Wählergruppe Bayern sowie des Fraktionsvorsitzenden der Freien Wähler im bayerischen Landtag. Nach den Erfolgen auf Landes- und Europaebene visieren die Freien Wähler eine aktive Beteiligung auf Bundesebene an. Auch hier ist den Freien Wählern Bayerns eine Vorreiterrolle zuzusprechen: Sie beschlossen in ihrem Landesverband die Teilnahme an der Bundestagswahl 2013. Den gleichen Entschluss fasste kurz darauf die Bundesvereinigung Freie Wähler. Schließlich kam es zur Fusion der Bundesvereinigung mit dem bayerischen, dem hessischen und dem schleswig-holsteinischen Landesverband. Durch die Fusion muss die Bundesvereinigung keine Unterstützerunterschriften sammeln, da sie via Landesverband im Landesparlament vertreten ist. Die Bundesvereinigung Freie Wähler hat nach eigenen Angaben (Stand Anfang 2013) ca. 5000 Mitglieder. Mittlerweile gibt es Landesverbände in 14 Bundesländern.

Marc Krüger
(Bild:flyupmike / pixabay)