Die Geschichte der Grünen

Geschichte der Grünen

Der Artikel behandelt die Geschichte der Grünen:
Geschichte der GrünenDas inzwischen bundesweit etablierte Bündnis 90/Die Grünen war die einzige nach 1950 gegründete Partei, der es gelang, in Regierungsverantwortung zu treten. Umgangssprachlich als „die Grünen“ bezeichnet, wird der ökologische, ökonomische und sozial nachhaltige Leitgedanke als parteipolitisches Prinzip angesehen. Gespeist wurden die Grünen durch die außerparlamentarischen Strömungen der 70er Jahre, in denen der Umweltgedanke, die Fragen der Gleichberechtigung, der Bürgerrechte und die der pazifistischen Grundsätze ausschlaggebend waren.

Vor der Gründung der Grünen

Noch bevor sich die Partei Anfang der 80er Jahre aus der Taufe hob, sahen sich die damals zahlreichen Gruppierungen als linke Opposition. Die große Koalition von SPD und CDU in den Jahren 1966 bis 1969 ließ laut APO, der außerparlamentarischen Opposition, wenig sozialpolitische Ansätze erkennen; linke Strömungen gab es nach damaliger Meinung im Bundestag nicht. Diese Diskrepanz sollten die Grünen Listen und die spätere Partei kompensieren. Die ökologischen Gruppen, Bürgerrechtsvereinigungen und linken Mitstreiter sahen durch ihren Zusammenschluss eine größere Handlungsfähigkeit gegeben und gründeten am 30. September 1979 den ersten Landesverband in Baden-Württemberg. Am 13. Januar 1980 schlossen die Gruppierungen sich in Karlsruhe zur Bundespartei zusammen.

Grüne Minister und Erfolge auf Bundesebene

Erstmalig nahmen die Grünen in Baden-Württemberg an den Landtagswahlen 1980 teil und nahmen auf Anhieb die 5-Prozent-Hürde. Allerdings mussten sie im „Ländle“ zunächst in der Opposition Platz nehmen. Im Bonn schaffte es die Partei 1983 mit 5,6 % in den Bundestag. Der erste Grüne in Regierungsverantwortung wurde Joschka Fischer. Er übernahm 1985 das Amt des hessischen Umweltministers in einer rot-grünen Koalition und sorgte mit seiner legeren Kleidung beim Amtseid für Aufsehen. Bis dato zum ersten und einzigen Mal bildeten die Grünen gemeinsam mit der SPD von 1998 bis 2005 die Regierung der Bundesrepublik Deutschland. Das Wahlergebnis von 6,7 Prozent reichte für die Stellung von drei Ministern aus: Joschka Fischer wurde zum Außenminister und Vizekanzler berufen, Andrea Fischer positionierte sich als Gesundheitsministerin und Jürgen Trittin arbeitete als Umweltminister. In der ersten rot-grünen Legislaturperiode hatte die Partei eine sowohl innere, als auch äußere Zerreißprobe zu überstehen. Der Einsatz deutscher Soldaten in Afghanistan wollte allerdings nicht so recht zum Image einer Friedenspartei passen.

Innere Konflikte

Die Grünen sehen sich als zutiefst demokratische Partei und scheuten so zu allen Zeiten nicht den offenen Konflikt innerhalb ihrer Reihen. Nach den Anfangsjahren kristallisierten sich zwei Gruppierungen heraus, die unterschiedliche politische Forderungen formulierten: das realpolitisch-reformierte Lager und die fundamentalistisch-radikalen Parteimitglieder. Sich gegenseitig als „an die konservativen Parteien angepasst“ und als „schwärmerische linke Weltverbesserer“ titulierend, kam es bei der sogenannten Fundi-Realo-Kontroverse zur Abspaltung. Die Realos konnten sich letztendlich durchsetzen; viele Fundis wie Jutta Dittfurth und Jan Kuhnert kehrten der Partei den Rücken, machten in beschaulichen Gegenden wie Arlberg Urlaub oder zogen sich gänzlich aus dem politischen Geschäft zurück.

Zusammenschluss mit ostdeutscher Schwesterpartei

Auch in der DDR hatte sich eine den Grünen ähnliche politische Partei zusammengeschlossen. Auf dem Nährboden der Menschenrechtsproteste in Ostdeutschland entstand so das Bündnis 90, das bei den ersten freien Wahlen in der DDR wenig erfolgreich teilnahm. Mit 2,9 % blieben sie weit hinter den eigenen Erwartungen zurück. Anschließend erfolgte der gleichberechtigte Zusammenschluss unter dem Namen Bündnis 90/Die Grünen.

Marc Krüger
(Bild:spinheike/pixabay)