Die Geschichte der Linkspartei von der Wende bis heute

vote-33737_640Die Ursprünge der Linkspartei liegen in der PDS, der Nachfolgerin der DDR-Partei SED. Mit dem Fall der Mauer und der Öffnung der Grenzen wurde diese Partei auch im Westen Deutschlands aktiv. Nach der Trennung von der bisherigen Führungsspitze und einer Neuausrichtung der Parteilinie wurde die Partei unter dem Namen PDS (Partei des deutschen Sozialismus) bekannt. Mit dieser Umstrukturierung vom 04.02.1990 wurde die Partei im deutschen Parteienspektrum bekannt und begann ihren Weg unter die großen, bereits etablierten Parteien.

Das Parteiprogramm der PDS

Die PDS hatte sich, basierend auf ihren Wurzeln, ein sozialistisches Staatenmodell auf die Fahnen geschrieben. Vor allem die Umverteilung des Vermögens von Oben nach Unten wurde von der Partei propagiert und sicherte ihr eine stabile Basis an Wählern. Mit ihrem Protest gegen die Einführung von Hartz IV, mit der Forderung eines Mindestlohns und einer verstärkten Kapitalsteuer positionierte sich die Partei stark auf der linken Seite des politischen Spektrums. Bis zur Umbenennung in „Die Linkspartei.PDS“ im Jahre 2005 wurde die Partei vor allem durch wenige, dafür sehr prominente Personen vertreten. Besonders die Führung der PDS wurde durch Gregor Gysi und Lothar Bisky in den breiten Medien bekannt. Diese beiden Persönlichkeiten prägten in ihrer Rolle als Parteivorsitzende das Außenbild der Partei entscheidend. Vor allem die deutliche Abkehr vom Sozialismus der DDR und eine konsequente Ausrichtung auf neue, jüngere Kräfte ist diesen beiden Persönlichkeiten zuzurechnen. Durch die beständig höheren Wahlergebnisse und eine regelmäßige Präsenz im Bundestag etablierte sich die Partei weiter in der deutschen Parteienlandschaft. Einher ging diese Entwicklung allerdings mit einem beständigen Rückgang der Mitglieder, welche sich vor allem aus dem älteren Teil der Bevölkerung zusammensetze. Dieser Trend endete erst mit der Neuausrichtung der Partei durch Gysi und Bisky und durch deren freiwilligen Verzicht auf die Führungsposition im Jahr 2000.

Das Ende der erfolgreichen Jahre

Nachdem im Jahr 1997 ein Überschreiten der 5%-Hürde geschafft wurde, machten Gregor Gysi und Lothar Bisky einvernehmlich Platz an der Spitze der Partei, um neuen Gesichtern und jungen Mitgliedern mehr Chancen einzuräumen. Neue Vorsitzende der Partei wurde Gabi Zimmer. Unter Zimmer begannen die 2000er Jahre extrem erfolgreich. Durch die Bonusmeilen-Affäre, an welcher Gregor Gysi beteiligt war und welche diesen sein Mandat kostete, verlor die Partei jedoch deutlich an Popularität. Gysi, der seinen Wirkungskreis und seine Unterkunft in Berlin hatte, musste mit einem deutlichen Abschwung seiner Popularität in den nächsten Jahren leben. Mit der Wahl 2002 verlor die Partei viel von ihrem politischen Einfluss, da mit einem Ergebnis von 4,4% und mit nur zwei Direktmandaten die Partei keine Fraktion im Bundestag stellen konnte. Trotz der Wahlschlappe wurde Zimmer als Vorsitzende wiedergewählt, musste sich allerdings mit starken Grabenkämpfen innerhalb der Partei auseinandersetzen. Nachdem sie aufgrund der hohen Belastung von ihrem Amt zurücktrat, wurde Lothar Bisky wieder zum Vorsitzenden gewählt. Ihm gelang es, die zerstrittenen Fraktionen innerhalb der Partei zu vereinen und eine neue Parteilinie zu initiieren.

2004 – das erfolgreiche Jahr und der Wendepunkt

Bei den überregionalen Wahlen im Jahr 2004 erreichte die Partei ein Rekordergebnis von über 6%, sowohl in den deutschen Wahlen, als auch bei den Wahlen zum Europaparlament. Im Rahmen dieses Ergebnisses und basierend auf dem neuen Parteiprogramm benannte sich die Partei 2005 in Die Linkspartei.PDS um.

2005 – Zusammenschluss

Nachdem sich Oscar Lafontaine aus Protest gegen die Sozialreformen und das Hartz IV-Programm der SPD aus dieser Partei verabschiedet hat, trat er der Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit (WASG) bei. Um Streitigkeiten zu vermeiden und Wählerstimmen zu vereinigen, schlossen sich in diesem Jahr die WASG und die Linkspartei.PDS zusammen. Dies stellt den letzten, großen Wendepunkt in der bisherigen Parteigeschichte dar. Die daraus entstandene Partei wurde offiziell unter dem Namen Linkspartei bekannt und steht seitdem unter diesem Namen im Parteienverzeichnis.

Besonders im Osten erfolgreich

Die Linkspartei ist, auch aufgrund ihrer geschichtlichen Einordnung, im Osten besonders bekannt und beliebt. Mit dem Charakter einer Volkspartei werden in den neuen Bundesländern regelmäßig hohe Wahlergebnisse eingefahren. Gerade die Jugend in diesen Gebieten sieht in der Linkspartei eine oftmals alternativlose Wahlmöglichkeit, so dass die Wahlergebnisse in diesen Bereichen bisher stabil bleiben. Der Bundesvorsitz der Linkspartei ist dabei immer zwischen zwei Personen aufgeteilt. Neben dem Bundesvorsitz prägten jedoch vor allem bekannte Gesichter das Auftreten der Partei nach außen. Neben den bereits aus der PDS bekannten Gesichtern wie Lothar Bisky und Gregor Gysi fielen vor allem Oscar Lafontaine und Sarah Wagenknecht in den Medien ins Gewicht. Diese Personen prägten das Außenbild der Partei nachhaltig und sorgten für einen kontinuierlichen Zulauf an Wählern und Parteimitgliedern.

Die Linke heute

Die Linke bietet in der heutigen Zeit eine gut aufgestellte Alternative zur SPD. Deutlich weiter links verortet und mit einer stärkeren Ausrichtung auf soziale Themen wirbt die Linkspartei für Wähler aus diesem Spektrum. Vor allem als Konkurrent zur SPD macht die Linkspartei dieser immer wieder wichtige Wählergruppen streitig, da sie sich, im Gegensatz zur SPD, deutlich flexibler ausrichten kann. Von den angestrebten 24 Landtagen hat es die Linke bereits in 19 Landtage geschafft und bereitet sich zur Zeit auf die Bundestagswahl im Herbst 2013 vor, um wieder als starke Kraft in den Bundestag einziehen zu können.
Marc Krüger