Weimarer Zeit – Erste Demokratie in Deutschland

Der Artikel „Die Weimarer Zeit“ beschäftigt sich mit den 20er Jahren in Deutschland. Gerade die Weimarer Zeit war geprägt durch Unruhen, aber auch durch wissenschaftlichen und kulturellen Fortschritt. Das letzte Kapitel des Artikels „Die Weimarer Zeit“ zeigt den Übergang in den NS-Staat auf.

Die Bedeutung der Weimarer Zeit

Weimarer ZeitJeder Fachanwalt für Kündigung weiß, dass die Weimarer Republik nachhaltig die Stellung beeinflusste, die Deutschland heute in der Welt einnimmt. In den vier Phasen der Weimarer Zeit wurde die deutsche Republik ausgerufen, musste sich Deutschland mit wirtschaftlichen und sozialen Nachkriegsproblemen befassen und gelangten die Nationalsozialisten an die Regierungsmacht. Die Weimarer Republik gilt daher als wichtiger, aber schmerzhafter Entwicklungsschritt Deutschlands zwischen den Weltkriegen. Im Folgenden betrachten wir die vier Phasen und die bedeutendsten Jahre der Weimarer Republik eingehender.

1. Phase: Revolution und Ausrufung der Republik (1918/1919)

Die erste Phase der Weimarer Republik wurde von der Novemberrevolution eingeleitet, die aus dem Unmut der Deutschen über die Kriegszustände entstand. Als sich die Matrosen in Kiel und Flensburg gegen sinnlose Befehle wehrten, ging ein Ruck durch das Land. Die deutschen Fürsten und der Kaiser wurden abgesetzt und vertrieben, Philipp Scheidemann und Karl Liebknecht riefen die Republik aus und Friedrich Ebert wurde zum deutschen Kanzler ernannt. Erst jetzt wurde der Waffenstillstand mit den Alliierten ausgehandelt, den der Rat der Volksbeauftragten unterzeichnete. Im Januar wurde die Nationalversammlung gegründet, erst im August unterzeichnete Friedrich Ebert die Weimarer Reichsverfassung. Die Verfassung besaß allerdings eine folgenreiche Lücke: Der Reichspräsident erhielt die Macht eines Ersatzkaisers und konnte sich zum Diktator auf Zeit ernennen, ohne dass Parteien oder der Reichsrat hätten gegensteuern können.


Werbung

2. Phase: anfängliche Krisenjahre (1920-1923)

Die ersten Jahre waren von Geldsorgen und Wirtschaftskrisen in Folge des Versailler Vertrags geprägt. Die hohen Reparationsforderungen waren für Deutschland kaum zu bewältigen, rechtsradikale Morde aus Frust und Kaisertreue nahmen zu. Die Konflikte mit anderen Nationen verstärkten sich, nur mit der Sowjetunion war dank deren Verzicht auf Reparationsforderungen ein freundschaftliches Auskommen möglich. Im Jahre 1923 nahmen die Probleme zu: Frankreich und Belgien besetzten das Ruhrgebiet, um ihre Reparationsforderungen durchzusetzen, Rheinland und Pfalz trennten sich kurzzeitig von der Republik und die deutsche Bevölkerung litt unter einer Hyperinflation. Verlierer der Hyperinflation waren die kleinen Leute, der Mittelstand verarmte. Im November scheiterte der Münchener Hitler-Putsch.

3. Phase: Stabilisierung in den Goldenen Zwanzigern (1924-1929)

Die Phase der Stabilisierung begann dank Dawes mit realistischen, tragbaren Plänen zur Reparationszahlung und der Räumung des Ruhrgebiets. Der Wirtschaftsaufschwung unter Reichskanzler Hindenburg wurde möglich. Deutschland und Frankreich schlossen den Vertrag von Locarno ab, in dem sie auf jegliche gewaltsame Grenzveränderungen verzichteten. Dies legte den Grundstein für Deutschlands Wiederaufnahme in den Völkerbund. Dank amerikanischer Kredite erholte sich die deutsche Wirtschaft, die Bevölkerung wurde entlastet. Lediglich die immer stärker werdende, republikfeindliche Opposition stellte ein Problem dar.

4. Phase: Wirtschaftskrise und das Ende der Demokratie (1929-1933)

Am 25. Oktober 1929, der auch als „Schwarzer Freitag“ in die Geschichte einging, brach die Weltwirtschaft zusammen. Konkurse und Massenarbeitslosigkeit waren die Folgen. Die amerikanischen Banken wurden zahlungsunfähig und verlangten die Rückzahlung der gewährten Kredite. In Folge der Krise und nicht endender Streitigkeiten mit der Opposition trat im März 1930 die letzte Weimarer Regierung zurück. In den ersten Jahren konnte sich Hindenburg noch als Reichskanzler behaupten, 1933 verlor der Regierungspräsident aber die Wahlen gegen die rechtsradikale Partei NSDAP. Am 30. Januar 1933 ernannte Reichspräsident Hindenburg schließlich den als Feind der liberalen, demokratischen Verfassung bekannten Adolf Hitler zum Reichskanzler. Der Weg zur Errichtung der Diktatur durch die Nationalsozialisten war frei.

Marc Krüger
(Bild:spinheike/pixabay)