Eurohawk

Der parlamentarische Verteidigungsausschuß will die Zusammenhänge, die zum Scheitern des sogenannten Euro Hawk – auch Eurohawk geschrieben – Projektes führten, zusammentragen. Das Projekt wurde gestoppt, da der Euro Hawk über kein automatisches Ausweichen bei Kollisionsgefahr im Luftraum verfügt.
Der Euro Hawk sollte die Lücke bei der Bundeswehr im Bereich der SIGINT-Luftaufklärung schließen.

Eurohawk: Das Einsatzgebiet des Eurohawk

Der Luftraum von Afghanistan ist größtenteils zu einem militärischen Gebiet erklärt worden. Nato Aufklärer und Radar haben somit die Kontrolle über diesen Luftraum, so dass es hier kein Problem darstellt, den Euro Hawk dort fliegen zu lassen. Zivilie Flugzeuge existieren in Afghanistan so gut wie nicht.
EurohawkIn Europa gestaltet sich die rechtliche Frage schon anders. Hier muss gerade eine Drohne in der Lage sein, automatisch Gefahren für eine Kollision zu erkennen, und entsprechende Gegenmaßnahmen ergreifen. Es ist vom Grundsatz her vorgesehen, den Luftraum beim Einsatz des Euro Hawk bei Start und Landung zu sperren. Nur jeder, der schonmal ein Modellflugzeug geflogen hat, weiß, dass auch der Kontakt zum Vehikel abreißen kann. Auf sich alleine gestellt muss die Drohne hier nun autonom und sicher fliegen können. Ebenfalls besteht die Gefahr von internationalen Verwicklungen, wenn die Drohne in einen anderen Luftfraum eines anderen Staates eindringt, sei es nun gewollt oder nicht.

Eurohawk: Global Hawk

Global Hawk stammt sozusagen vom Euro Hawk ab. Entsprechend sind die Probleme gleich. Bis 2018 sollen diese Drohnen, die zum Beispiel auch von der Nato eingesetzt werden, nun eine Nachrüstung mit einem Anti-Kollisionssystem erhalten. Eine Nachrüstung auf deutschem Boden stellt sich als schwierig dar, da die Technik für deutsche Ingenieure aus Sicherheitsgründen nicht voll zugänglich ist.

Eurohawk: Was bleibt?

Die Piloten, die kostspielig eine Ausbildung auf dem Euro Hawk erfahren haben, werden nun wieder „echte“ Flugzeuge fliegen. Auch ist das 37 Millionen teurer Areal extra für die Drohnen errrichtet worden. Eventuell lässt sich dieses noch andersweitig nutzbar machen. Ein Problem ist auch die Monopolstellung der Hersteller. Diese stammen ausschließlich aus den USA oder Israel und gewähren nicht nicht Einblick in die technische Dokumentation.

Marc Krüger
(Bild:Hans/pixabay)