Krimtataren – Zwischen den Kulturen

Die Krimtataren lassen sich nicht einfach einer bestimmten früheren Volksgruppe zuordnen. Viele Nationen und Völker eroberten die Krim und verließen diese wieder. Manche Erörterung sagt aus, dass die Tataren aus dem gewaltigen mongolischen Imperium abstammen.

Krimtataren – Das Khanat


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Die Mongolen hatten im Mittelalter große Teile Asiens erobert. Unter ihrem Herrschaftsbereich war auch die Krim geraten. Nach dem Zerfall der sogenannten „Goldenen Horde“ wurde die Gründung eines Khanats durch die Tataren auf der Krim vorangetrieben. Insbesondere im 16. Jahrhundert wurden von der Krim aus Raubzüge gegen die Imperien Polen-Litauen oder Russland gestartet. Ebenfalls ist bekannt, dass diese Reiche auch Tributzahlungen an die Krimtataren leisteten.

Krimtataren – Die Raubzüge

KrimtatarenDie Tataren der Krim bauten eine Wirtschaft auf, die insbesondere auf den intensiven Sklavenhandel basierte. Die zahlreichen Sklaven wurden durch die vielen Raubzüge zwischen dem 15. und 18 Jahrhundert in die Gebiete Russlands, Polen-Litauen und dem Fürstentum Moldau möglich. Ganze Ländereien wurden regelrecht entvölkert und kostete immense Ausgaben, die Grenzen gegen das Reitervolk der Tataren zu schützen. Aus dieser Zeit entstammt auch der Begriff der Kosaken, die sich gewaltsam gegen die Tataren zur Wehr setzten.

Krimtataren – Russland

Gegen Ende des 18.Jahrhunderts eroberte das Russische Reich die Krim. In den folgenden Jahren wurde eine aktive Siedlungspolitik zugunsten Russlands betrieben, so dass viele ethnische Russen sich auf der Krim niederließen. Vielen Krimtataren wurden die Besitztümer weggenommen, so dass mehrere Auswanderungswellen nach Rumänien, Bulgarien oder in die Türkei einsetzten.

Krimtataren – Zweiter Weltkrieg

Während des zweiten Weltkrieges wurde die Krim von der Deutschen Wehrmacht erobert. Viele tausende Krimtataren kämpften in den Reihen der Wehrmacht. Allerdings muss auch erwähnt werden, dass viele tausenden Krimtataren in der Roten Armee ebenfalls ihren Dienst verrichteten. Als 1944 die Krim wieder an die Sowjetunion fiel, ordnete Stalin die Deportation der Krimtataren nach Sibirien an. Stalin beschuldigte pauschal die Krimtataren, mit der Wehrmacht zusammen gearbeitet zu haben.

Krimtataren – Ausblick

Aufgrund der Deportation durch Stalin möchten die Krimtataren lieber im Staatsgebiet der Ukraine bleiben. Die Krimtataren haben das Referendum über den Status der Krim abgelehnt und möchten nun lieber ein eigene Abstimmung durchführen. Die Spannungen dürften dadurch noch mehr angeheizt werden.

Marc Krüger
Bilder(tpsdave/pixabay.com)


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