Moslembrüder in Ägypten


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Die Moslembrüder bzw. auch Muslimbruderschaft stellen eine große und mächtige politische Glaubensbewegung im arabischen Raum dar, die sunnitisch orientiert ist. Die Bewegung verfolgt dabei den sogenannten „Panislamismus“ als ideologische Grundrichtung. Ziel ist es dabei, die Zerstückelung in mehrere arabische Staaten aufzuheben, und die Moslems unter einem islamischen Staat zu vereinen. Insbesondere die Sprache, die gemeinsame Geschichte, die Kultur und eben die Religion sollen dabei die Union und Vereinigung vorantreiben. Als staatliche Organisation werden zum Beispiel hier die früheren Kalifate angegeben.

Gründung der Moslembrüder

Die Gründung der Moslembrüder bzw. der Muslimbruderschaft erfolgte im Jahre 1928 in der ägyptischen Stadt Ismailia, welche mit 120 Kilometern Entfernung unweit von Kairo liegt. Insbesondere war es Ziel der Organisation, die Vorherrschaft der „Ungläubigen“ auf islamischen Boden zu beenden.

Der arabische Frühling und die Moslembrüder

Moslembrüder Hussein Mahmoud, der 1947 geboren wurde, führt als Generalsekretär die Moslembrüder in Ägypten. Mahmoud hat das Studium der Ingenieurwissenschaften erfolgreich absolviert. Derzeit lehrt er auch als Professor für Ingenieurwesen an der Universität der 400.000 Einwohner Stadt Asyut. Generell lassen sich die zwei Strömungen Theokratie und islamische Demokratie in der Organisation feststellen. Konflikte um die politische Ausrichtung und Beteiligung am arabischen Frühling der Moslembrüder führte zur Abspaltung einer kleinen Gruppe, die die sogenannte „Ägyptische Strömungspartei“ gründeten.

Die Moslembrüder werden politisch

Mit dem Ende von Mubarak wurde im April 2011 die „Freiheits- und Gerechtigkeitspartei“ als politischer Arm der Moslembrüder gegründet. In einer ersten demokratischen Wahl am 28.November 2011 erzielt die „FGP“ der Moslembrüder mit ihren verbündeten Parteien 37,5 Prozent der Stimmen. Seitdem stellen die Moslembrüder über ihre gegründete Partei (und deren Verbündete) 235 Sitze. Zweitstärkste Partei ist die Partei des Lichts mit 123 Sitzen, die sich selbst als islamistisch und salafistisch sieht.

Präsident Mursi und die Moslembrüder

Nach der Ablehnung des Top-Kandidaten der Moslembrüder durch die Wahlkommission, wurde Mohammed Mursi als neuer Kandidat für die anstehende Präsidentschaftswahl aufgestellt. Dieser gewann die Wahl im Juni 2012 und beendet formell die Mitglied bei den Moslembrüder. Der demokratisch gewählte Präsident Mursi ist am 3.Juli 2013 vom ägyptischen Militär entmachtet worden und steht seitdem unter Hausarrest.

Ende des arabischen Frühlings?

Der anhaltende Konflikt lässt Befürchtungen laut werden, dass ein ähnliches Schicksal wie in Syrien droht. Es kann nur eine politische Lösung geben, bei denen Militär wie Moslembrüder aufeinander zugehen. Man muss die Moslembrüder auch verstehen, da sie seit vielen Jahrzehnten ihr politisches Ziel mit einem eigenen Präsidenten erreicht hatten. Das ägyptische Militär sieht seine Macht bedroht, und wird übrigens massiv von Königs- und Emiratshäuser am Golf finanziell unterstützt. Zu sehr befürchten auch diese Länder einen Konflikt wie in Ägypten, denn die Moslembrüder gibt es auch in diesen Staaten. Man darf auch nicht vergessen, dass in Ägypten rund 70 Prozent der Stimmen auf islamische Parteien bei der letzten Wahl entfielen.

Marc Krüger
Bilder(Simon/pixabay.com)


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