Sicherung der Energieträger in der Welt

Katja Neubauer / pixelio.de

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Nach dem Fall des Osmanischen Reiches erschufen die westlichen Nationen künstlich die Länder und Staaten, die nun das sind, was wir im Allgemeinen den Nahen Osten nennen. Gleichzeitig wurde beschlossen, dass dem Westen die natürlichen Ressourcen der jeweiligen Länder zu überlassen sind. Jetzt im 21. Jahrhundert kann man sich fragen, ob dies die richtige Entscheidung war.

Ist der Westen in der islamischen Welt beliebt?

Die erste Beobachtung dabei ist, dass Teile der muslimischen Welt die westlichen Staaten nicht mögen. Warum ist das so? Hier können nun die folgenden Gründe genannt werden:

– Einige haben noch nicht den Fall des Osmanischen Reiches realisiert bzw. sich emanzipiert.

– Einige sind immer noch am Träumen vom Kalifat des 7. und 8. Jahrhunderts und möchten deshalb sehr gerne ein neues blühendendes starkes hegemonial strebendes Kalifat etablieren.

– Teile der Muslime verachten den Westen, weil die Juden unterstützt werden. Warum
werden die Juden teilweise nicht gemocht? Die Verachtung wurde erneut verstärkt, nachdem
Großbritannien aus dem heiligen Land abzog und mit Israel ein jüdischer Staat etabliert
wurde, dort, wo Jahrhunderte vorher bereits die Araber und Muslime – es gibt im Übrigen
auch Araber die Christen sind – gelebt hatten. Israel verfügt über Nuklearwaffen und ist
nicht Mitglied des Atomwaffensperrvertrages.

– Das gleiche kann man über die Christen und die Menschen im Westen im Allgemeinen
gesagt werden. Die islamischen Extremisten mögen den Westen nicht, weil Menschen aus dem
Westen Ungläubige sind. Und diese Ungläubigen sind mit ihren militärischen Einheiten in Ländern des islamischen Glaubens wie Afghanistans oder Sudan, was sicherlich den Unmut noch verstärken wird.
– Teile der islamischen Welt finden die westliche Gesellschaft und den Lebensstil dekadent, materialistisch und pervers. Zugegebenermaßen kann diese Meinung durchaus auf einige Aspekte der westlichen Gesellschaft geteilt werden.

Katharina-Wieland-Müller / pixelio.de

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Sind Veränderungen in den Beziehungen möglich?

Kann nun die ablehnende Haltung gegenüber dem Westen geändert werden? Eine Veränderung scheint kaum in der nahen Zukunft möglich, und zwar aus den folgenden Gründen:

– Extremisten haben nicht den weiten Blick auf die Welt. Die alten Ägypter, Babylonier,
Griechen, die Römer, das Christentum und alle westlichen Philosophen haben den westlichen Lebensstil beeinflusst und es ist dadurch eine Akzeptanz entstanden, die verschiedenen Meinungen zu akzeptieren und in einer politischen Diskussion auszutauschen. Im Westen wurde begonnen, rational zu denken und die Wissenschaften zu erforschen und zu entwickeln. Muslime in muslimischen Ländern studieren
den Islam, die meisten Absolventen von der Universität haben einen Grad in der islamischen Wissenschaft. Gemäßigte Muslime stehen teilweise unter starken Druck durch extreme Kräfte.

– Einige Teile der muslimischen Bevölkerung sind immer noch Analphabeten und akzeptieren, ohne zu hinterfragen, was die Mullahs sagen.

-Hinsichtlich der Religion haben Judentum und Christentum konsistente und schlüssige Geschichten in den heiligen Büchern und diese Geschichten sind verständlich für jeden, der sie liest. Der Koran ist jedoch eine Sammlung von Versen, wobei der längste Vers zuerst gelesen wird. Es gibt keine einheitliche Geschichte im Koran, und das macht es schwierig, das Buch zu lesen. Mittlerweile gibt es Übersetzungen in allen Sprachen, sodass jeder, der dem Arabischen nicht mächtig ist, auch den Koran lesen kann. Es
handelt sich hier also auch um einen kulturellen Konflikt.

Das Geschäft mit dem Energieträger Öl

Wird nun der Blick auf das weltweite Ölgeschäft gelenkt, so muss die Frage gestellt werden, ob das Haus Saud fallen wird? Die Frage hätte im Rahmen des arabischen Frühlings bejaht werden können.
Mittlerweile scheint in Saudi-Arabien die Situation beruhigt, obwohl es unter der Oberfläche immer noch brodelt. Ein Abdanken des Königs scheint also möglich, sodass die einzigen Fragen offenbleiben, wann und wer wird folgen. Die muslimischen Fundamentalisten wie Al Kaida und die Wahhabiten versuchen seit Langem, das Königreich zu untergraben und zu übernehmen. Was wird geschehen, wenn die Ölfelder in die Hände der
extremen Islamisten kommen?
– Da diese sich nur um die Religion sorgen, könnten diese alle Installationen, inklusive
die des Emirates zerstören.
– Ebenfalls wäre vorstellbar die Ölförderung massiv zu drosseln und so das Barrel Öl für
fast unerschwingliche Preise am Weltmarkt anzubieten (bin Ladens Traum war $
144/barrel).

Sollten die Extremisten die Kontrolle über die Ölfelder übernehmen, so sähe die Zukunft
für den Westen ziemlich schlecht aus. Es könnte bedeuten, dass die westlichen Länder in
eine tiefe wirtschaftliche Depression zu fallen drohen. In diesem Moment hätten die Extremisten die besten Karten in der Hand: Entweder stoppen sie die Lieferungen in den Westen, oder sie zerstören die Installationen zur Erdölproduktion. Beide Aktionen stellen ein echtes Horror-Szenario für den Westen dar.

Sind militärische Aktionen der Schlüssel zum Erfolg?

Was kann also im Fall der Fälle getan werden? Sollte der Westen dann die Kontrolle über
die Ölfelder ergreifen, bevor es zu spät ist? Welche Folgen hätte dies auf die politische Welt-Situation? Ist der Westen in der Lage, derartige militärische Aktionen durchzuführen? Natürlich können die USA eine entsprechende Strategie durchsetzen.Die USA verfügen über die benötigte Technik und die militärischen Streitkräfte. Es muss eine sehr genaue kurze Aktion sein, damit feindliche Streitkräfte nicht in der Lage
sind, zu reagieren. Es gibt jedoch andere politische Aspekte, die berücksichtigt werden
müssen. Derartige militärische Operationen müssen zur gleichen Zeit durch die vollständige westliche Welt (einschließlich Russland und Japan) angenommen und unterstützt werden. China muss die Garantie bekommen, dass ihre Öl-Lieferungen weiter zu vernünftigen Preisen geleistet werden. Wie wird China darauf reagieren? Militärische Gewalt erzeugt in der Regel neue Gewalt. Während der Reagan-Administration hatte es bereits eine Computersimulation einer solchen Aktion gegeben. Dies war jedoch eine „Kalte Krieg“-Situation, nicht mehr anwendbar für die heutige geostrategische Situation.

Es bleiben mehr Fragen als Antworten

Können wir die gleiche Aktion mit dem Öl-und Gas Felder des Kaspischen Meeres eintrainieren?
Wo liegt hier der Weißheit letzter Schluß? Wie garantieren wir am Besten, dass der
Fortbestand unserer Zivilisation unter Beteiligung jeglicher Parteien gewährleistet
werden kann?