Snowden – Was wurde ausspioniert?

Auch wenn ich derzeit nicht in Deutschland verweile, so bleibe ich an dem Thema der Spionageaktionen des CGHQ und NSA dran. Edward Snowden hatte ja bei beiden Geheimdiensten deren grossangelegten Spionageprogramme publik gemacht.

Die Telekommunikationsunternehmen machen es möglich

Zwei Unternehmen, die in Deutschland Geschäften nachgehen, haben dabei dem britischen Geheimdienst geholfen. So konnten die Briten einfach die Glasfaserkabel in Deutschland anzapfen. Dieses berichtet Heise. Weder Verfassungsschutz noch BND seien gewarnt worden. Auch Anfragen der Bundesregierung blieben zunächst ohne Antwort.

Die Briten

Ich kann das ja sogar verstehen, dass die Briten ein Interesse an deutsche Produkte haben. Der Stempel „Made in Germany“ war ja eigentlich als Strafe gedacht worden, getreu dem Motto „Schaut, dass sind Produkte aus Deutschland, kauft die nicht“. Tja, das dieses Zeichen als Gütezeichen wurde, damit konnten die Briten ja nicht rechnen. Kein Problem, dann transportieren sie nach dem Kriege alte Maschinen ab. Auch dort waren wir wieder schneller, indem neuere Produktionsmethoden entwickelt wurden.

Terrorabwehr- oder nur Angebotsspionage?

Jetzt muss die Frage erlaubt sein, warum der britische Geheimdienst in deutschen Glasfasernetzen rumspioniert. Rein hypothetisch kann man so natürlich, bei einem Bieterwettstreit die Angebote von deutschen Unternehmen abfangen. So etwas gab es mal in Asien bei einer Ausschreibung um ein Bahnprojekt. Die Franzosen hatten damals den Wettstreit gewonnen. Die Frage bleibt also offen, ob Terroristen nun wirklich ¨ber soziale Netzwerke kommunizieren.

Gute Freunde? Oder nur eine Freude?

Die Frage ist nun, warum sich die Amerikaner und Briten so verhalten, und die Regierungen der NATO darüber nicht informiert wurden. Also gibt es etwas hier zu verbergen. Von einer Freundschaft kann nun nicht mehr die Rede sein, sondern eher von einem sehr unfreundlichen Akt. Mag ja sein, dass die Amerikaner mit ihren „Patriot Act“ die Legitimation dazu erhalten haben, die eigenen Leute auszuschnüffeln, gegen Bürger in Deutschland haben sie mit Sicherheit nicht das Recht dazu bekommen.

Was passiert nun?

Deutsche Behörden und Unternehmen werden sich gut überlegen, welche Software in Zukunft in der eigenen Organisation eingesetzt wird. Desweiteren erwarte ich, dass auch Russland, Deutschland und Frankreich mit gleichen Spionageprogrammen nachziehen werden. China verfügt wohl bereits über ein ähnliches Programm.

Snowden als tragischer Held

Snowden darf man als tragischen Helden bezeichnen. Die einen sprechen von Spionage, aber das ist ja die US-Sicht, andere von einem Helden. Er hat sein ganzes Leben mit 200.000 US$ Gehalt im Jahr und einem schönen Leben auf Hawai über Bord geworfen und ist nun auf der Flucht. In die US wird er nicht mehr zurück können. Die US-Regierung merkt nun aber, dass nicht alle Staaten nach deren Wunsch tanzen. Die diplomatischen Verwicklungen sind gross. Es sind auch nicht alle Informationen veröffentlicht worden, da wohl dann die Tarnung einiger Agenten auffliegen würde.
Marc Krüger
(Bild:nemo / pixabay)