Überwachung USA – Yes we scan


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Der Artikel beschreibt die „Überwachung USA“ und geht auch auf das britische Tempora-Projekt ein. Wie Heise berichtet, soll die NSA bei der „Überwachung USA“ Zugriff von über 75 Prozent des Traffic im US-Internet verfügen. Es werden nicht nur die reinen Metadaten ausgewertet – damit werden nicht die Inhaltspakete, sondern zum Beispiel die Verbindungsdaten ausgelesen-, sondern auch konkrete Inhalte werden sichtbar gemacht. Insbesondere das XKeyStore-Programm soll hier entsprechende Möglichkeiten zur Verfügung stellen. Dieses Programm wird übrigens von Geheimdienster verschiedener Staaten offenbar genutzt.

Überwachung USA: Kooperation mit Telekommunikationsdiensten

Überwachung USADamit überhaupt eine derartige flächendeckende Ausspäh-Aktion „Überwachung USA“ durch die NSA möglich ist, findet eine Zusammenarbeit von Geheimdiensten und einigen Telekommunikationsanbietern statt. Nach ausdrücklichem Wunsch der NSA werden von den Telekommunikationsanbietern bestimmte Daten bereits vorgefiltert und der NSA vorbereitet übermittelt. Insbesondere von großen Metropolregionen werden sowohl die Meta als auch die Datenpakete explizit durchsucht. Die NSA hat sehr kreativ die Abfangprogramme bei den Telekommunikationsanbietern mit speziellen Namen wie Blarney oder Stormbrew bezeichnet. Insbesondere der ausländische Traffic ist interessant für die NSA. Zwar ist es der NSA nur in einem engen juristischen Rahmen erlaubt, die Bürger der Vereinigten Staaten zu überwachen, technisch gibt es hier aber keinerlei Hindernisse. Interessant ist in diesem Zusammenhang, wer eigentlich die Aktivitäten des Geheimdienstes überprüft.

Überwachung USA: GCHQ setzt den „Wächter“ unter Druck

Auch wurde bekannt, dass der britische Geheimdienst GCHQ die englische Zeitung „The Guardian“ massiv unter Druck gesetzt hat, und die Löschung und Zerstörung von in den Räumen der Zeitung befindlichem Material verlangt hat. Unter Aufsicht des britischen Geheimdienstes hat die Zeitung dann das Bild- und Tonmaterial zerstört. Die Aktion soll übrigens von der Spitze der britischen Politik, dem englischen Premierminister, genehmigt worden sein.

Überwachung USA: Cameron droht mit Konsequenzen

Der Premierminister David Cameron persönlich soll „The Guardian“ Konsequenzen angedroht haben, sollte die Zeitung nicht kooperieren. Der Zeitung hatte über ihren eigenen Journalisten Gleen Greenwald von Edward Snowden umfangreiche Dokumente der Projekte PRISM und Tempora erhalten.

Überwachung USA: Fazit

Der letzte deutsche Politiker, der die Presse unter Druck setzte, war Christian Wulff. Ein Anruf bei der Bild und die politische Karriere von Christian Wulff wurde damit beendet. Damals ging es aber nur um ein persönliches Schicksal. Die PRISM und Tempora-Affären besitzen andere Dimensionen. Jeder ist davon betroffen, jeder wird ausspioniert, das haben die Dokumente von Snowden unmissverständlich klar gemacht.
Dabei sind hier bei weitem nicht alle Informationen veröffentlicht worden, auch aus Rücksicht vor den Agententätigkeiten der NATO-Partner. An verschiedenen Orten der Welt existieren Kopien der Dokumente. Ein demokratisch gewählter Premierminister soll die Presse unter Druck gesetzt haben. Man darf gespannt sein, ob es in Großbritannien nun zu einer Diskussion über die Vorgehensweise der Regierung kommt.

Marc Krüger
Bilder(geralt/pixabay.com)


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