Die Watergate Affäre

Die Watergate Affäre beendete eine politische Karriere. Am 8. August 1974 verkündete der amerikanische Präsident Richard Nixon seinen Rücktritt. Er kam damit einer Amtsenthebung im Rahmen der Watergate Affäre zuvor. Zwei Journalisten, Bob Woodward und Carl Bernstein, hatten mit ihren Recherchen maßgeblich zur Aufklärung der Watergate-Affäre beigetragen.

Watergate Affäre entsteht im gleichnamigen Gebäude

In der Nacht zum 17. Juni 1972 wurde versucht in das Hauptquartier der demokratischen Partei in Washington, dem Watergate-Gebäude, einzubrechen. Mit diesem zweiten Einbruch sollten nicht richtig funktionierende Abhörmikrofone neu eingestellt und Dokumente abfotografiert werden. Einer der Einbrecher, James W. McCord, war Mitglied des Wahlkampfteams des amtierenden Präsidenten. Das sorgte für Spekulationen um eine Verstrickung des Weißen Hauses.

FBI und CIA

Bei seiner Vernehmung durch das FBI gab sich McCord als ehemaliges Mitglied des Geheimdienstes CIA zu erkennen. Präsident Nixon versuchte vergeblich, die CIA einzuschalten, um die Ermittlungen zu behindern. Die Einbrecher wurden dafür bezahlt, sich schuldig zu bekennen, um keine weiteren Aussagen machen zu müssen. Nachdem der Richter auf eine härtere Strafe bei fehlender Kooperation hingewiesen hatte, gab McCord einen Meineid zu und beschuldigte das Wahlkampfteam des Präsidenten, das vom Justizminister John N. Mitchell geleitet wurde. Die Untersuchungen wurden daraufhin ausgeweitet.

Berater Nixons wurden wegen der Watergate Affäre entlassen

Watergate AffäreNixon bewegte am 30. April 1973 zwei einflussreiche Berater zum Rücktritt, die später zu Gefängnisstrafen verurteilt wurden. Außerdem entließ er seinen Rechtsberater John Dean, der sich bereit erklärt hatte, mit der Staatsanwaltschaft zusammenzuarbeiten. Am gleichen Tag ernannte Nixon mit Elliot L. Richardson einen neuen Justizminister, der auch die Vollmacht bekam, für die wachsende Ermittlungsarbeit im Watergate-Skandal einen Sonderstaatsanwalt zu benennen. Auf diesen Posten wurde Archibald Cox eingesetzt.

Tonbandaufnahmen belasten Nixon

Vor dem Watergate-Ausschuss des US-Senats wurde bekannt, dass ein Tonbandsystem im Oval Office des Weißen Hauses alles automatisch aufgezeichnete, was im Büro des Präsidenten gesprochen wurde. Cox und der Senat verlangten die Herausgabe der Bänder, wogegen sich Nixon wehrte. Er forderte Justizminister Richardson auf, den Sonderstaatsanwalt zu entlassen. Nachdem dieser dies ablehnte, entließ Nixon ihn. Auch sein Nachfolger wurde von Nixon entlassen. Er weigerte sich gleichermaßen, den Staatsanwalt zu entlassen. Erst der dritte Justizminister erklärte sich bereit, Cox des Amtes zu entheben.

Öffentlicher Druck auf Nixon

Dieses Vorgehen Nixons rief in der Öffentlichkeit eine Welle der Empörung hervor und im Kongress eine Initiative zur Amtsenthebung des Präsidenten. Nixon verlor vor dem Obersten Gerichtshof das Verfahren und musste die Tonbänder herausgeben. Dabei wurde festgestellt, dass Teile der Tonbänder gelöscht wurden. Dennoch enthielt eines der Bänder eine Aufzeichnung, in der Nixon zusammen mit seinem Stabschef H. R. Haldemann Pläne besprach, die Ermittlungen zu blockieren.

Der Untersuchungsbericht führt zum Rücktritt


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Der Untersuchungsausschuss des US-Senats legte im Juni 1974 seinen Abschlussbericht vor. Darin wurde der Missbrauch von Regierungsbehörden im Auftrag oder durch das Weiße Haus, der Watergate-Einbruch, das versuchte Verwischen der Spuren und Hintergründe und die Behinderung der Justiz festgestellt. Außerdem wurden im Abschlussbericht illegale Parteispenden, die Wahlkampfpraktiken des Wahlkampfteams sowie Vorteilsnahmen und eine Steuerhinterziehung durch Präsident Nixon angeprangert. Wegen Verschwörung und Behinderung der Justiz wurden sieben Berater Präsident Nixons verurteilt. Seiner Amtsenthebung kam Nixon durch seinen Rücktritt bei der Watergate Affäre zuvor. Zu einer Verurteilung Nixons kam es nie.

Marc Krüger
Bilder(Nemo/pixabay.de)