Willy Brandt Bundeskanzler

In diesem Artikel „Willy Brandt Bundeskanzler“ wird das politische Leben und Wirken von Willy Brand beschrieben. Er war der erste Bundeskanzler der SPD und ging als Friedensnobelpreisträger in die Geschichte ein. Willy Brandt gehört zu den beliebtesten deutschen Politikern aller Zeiten und dass, obwohl seine Amtszeit nur relativ kurz währte. In dieser gelang es dem Mann mit den tiefen Gesichtsfalten jedoch, grundlegende Veränderungen anzustoßen.

Willy Brandt Bundeskanzler : Mehr Demokratie wagen

Willy Brandt BundeskanzlerDrei Versuche brauchte Willy Brandt insgesamt, um am Ende doch noch ins Kanzleramt einzuziehen. So hatte er nach den zwei Wahl-Niederlagen 1961 und 1965 mit dem Kapitel Bundeskanzlerschaft eigentlich bereits abgeschlossen, trat jedoch nach seiner Berufung als Bundesaußenminister 1969 erneut an. Der dritte Versuch sollte letztendlich erfolgreich sein. Erstmals wurde Deutschland von einer sozialliberalen Regierung regiert. Innenpolitisch stand die Arbeit vor allem unter seinem Leitspruch „Wir wollen mehr Demokratie wagen“. So sah Willy Brandt die deutsche Demokratie gerade erst am Anfang ihrer Entwicklung und wollte nach 20 Jahren CDU-Herrschaft eine neue Zeit einläuten.

Willy Brandt Bundeskanzler : Aussöhnung mit dem Osten

So anders die Innenpolitik unter Brandt im Vergleich zu seinen Vorgängern auch sein sollte, konkrete Erfolge konnte er vor allem in der Außenpolitik erzielen. Besonders seine Ost-Politik wird ihm auch heute noch hoch angerechnet. Ziel Brandts war es hierbei, den Eisernen Vorhange durch vorsichtiges Aufeinanderzugehen mithilfe von kleinen Schritten langsam zu durchlöchern. Er stand daher besonders für die Aussöhnung und die Annäherung zwischen Ost und West. Dieses politische Vorgehen war jedoch nicht überall beliebt. Viele Westmächte standen Brandt skeptisch gegenüber und auch von deutschen Politikern gab es immer wieder Kritik. Andere westliche Länder ließen Brandt gewähren und intervenierten nicht. In die Geschichte ging Willy Brandt dann schließlich mit dem Warschauer Kniefall im Jahr 1970 ein. Diese symbolische Geste um Vergebung für die Gräueltaten der Nationalsozialisten wird heute immer noch als Beginn der Entspannungspolitik zwischen Westdeutschland und dem Ostblock angesehen. Sie mündete letztendlich im folgenden Jahr im Friedensnobelpreis für Brandt.

Willy Brandt Bundeskanzler : Der Rücktritt

Nachdem im April 1972 ein Misstrauensvotum gegen Brandt gescheitert war, kam es im November zu Neuwahlen. Diese endeten in einem großen Triumph für die SPD. Allerdings führte sie auch dazu, dass Brandt zunehmend politikmüde wurde. Als im Zuge der Guillaume-Affäre einer der Mitarbeiter des Bundeskanzlers als DDR-Agent enttarnt wurde, nutze er diesen Anlass. Am 6. Mail 1972 wurde ein Brief von Willy Brand veröffentlicht, in dem er seinen Rücktritt als Bundeskanzler bekannt gab. Allerdings war dies kein Rücktritt aus der Politik. Er blieb bis ins hohe Alter aktiv und starb schließlich am 8. Oktober 1992.

Marc Krüger
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